KriegswaffenkontrolleDer Industriestandard für das elektronische Kriegswaffenbuch

Anforderungen an das Kriegswaffenbuch

Transparenz und Kontrolle im Umgang mit Kriegswaffen

Wozu dient das Kriegswaffenbuch?

Das Kriegswaffenbuch ist ein zentrales Instrument zur Einhaltung des deutschen Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG). Es dient der lückenlosen Dokumentation aller Bestandsveränderungen von Kriegswaffen und stellt sicher, dass jede Bewegung – sei es Erwerb, Überlassung, Herstellung, Instandsetzung oder Transport – nachvollziehbar ist.

Diese Dokumentationspflicht soll eine effektive Kontrolle durch die zuständigen Behörden ermöglichen und trägt zur nationalen wie internationalen Sicherheit bei. Das Kriegswaffenbuch hat damit nicht nur eine verwaltende, sondern auch eine sicherheitspolitische Bedeutung.

Welche Informationen müssen erfasst werden?

Gemäß KrWaffKontrG ist das Kriegswaffenbuch so zu führen, dass jederzeit ersichtlich ist, welche Kriegswaffen sich im Besitz des Unternehmens befinden und wie sie dorthin gelangt sind. Die Einträge müssen vollständig, korrekt und fortlaufend geführt werden.

Folgende Angaben sind zwingend zu dokumentieren:

  • Art und Bezeichnung der Waffe
    Jede Kriegswaffe muss mit ihrer technischen Bezeichnung eindeutig identifizierbar sein.

  • Waffennummer oder sonstige eindeutige Kennzeichnung
    Diese Merkmale dienen der genauen Nachverfolgbarkeit einzelner Waffen oder Komponenten.

  • Datum der Bestandsveränderung
    Jede Veränderung im Bestand muss mit dem genauen Datum dokumentiert werden.

  • Name und Anschrift des Überlassers oder Erwerbers
    Diese Angaben stellen sicher, dass auch externe Geschäftsvorgänge nachvollzogen werden können.

  • Genehmigungsnummer und ausstellende Behörde
    Ohne entsprechende Genehmigung darf keine Transaktion vorgenommen werden. Die Dokumentation dieser Daten ist verpflichtend.

  • Verwendungszweck oder Verbleib der Waffe
    In bestimmten Fällen ist anzugeben, zu welchem Zweck die Waffe verwendet oder wohin sie verbracht wird.

  • Angaben zu Transporten
    Auch der Transport der Kriegswaffen muss genau dokumentiert werden.

All diese Informationen müssen zeitnah nach der jeweiligen Bestandsveränderung eingetragen werden. Nachträgliche Ergänzungen oder Korrekturen müssen gesondert gekennzeichnet werden.

Form und Struktur der Buchführung

Das Kriegswaffenbuch kann entweder in Papierform oder in einer elektronischen Variante geführt werden. Beide Formen unterliegen denselben inhaltlichen Anforderungen, unterscheiden sich jedoch erheblich im Aufwand und in der Effizienz.

Die traditionelle papiergebundene Führung ist aufwendig, fehleranfällig und erfordert ein hohes Maß an manueller Kontrolle. Insbesondere bei umfangreichen Beständen oder häufigen Bestandsveränderungen stößt diese Methode schnell an ihre Grenzen.

Die elektronische Führung – das sogenannte elektronische Kriegswaffenbuch (eKWB) – bietet hingegen zahlreiche Vorteile:

  • Automatisierte Prüfungen sorgen für formale Richtigkeit der Einträge.

  • Such- und Filterfunktionen erleichtern die tägliche Arbeit und die Vorbereitung auf Außenprüfungen.

  • Digitale Schnittstellen ermöglichen eine einfache Übermittlung gesetzlich vorgeschriebener Meldungen an das BAFA.

  • Zugriffsprotokolle dokumentieren revisionssicher, wer wann welche Änderungen vorgenommen hat.

Aufbewahrungspflicht und Prüfungen

Unternehmen sind verpflichtet, das Kriegswaffenbuch für einen Zeitraum von zehn Jahren aufzubewahren. Dabei ist sicherzustellen, dass die Daten während dieses Zeitraums jederzeit lesbar, vollständig und unverändert zur Verfügung stehen.

Die zuständigen Behörden, insbesondere das BAFA, sind berechtigt, das Kriegswaffenbuch im Rahmen von Außenprüfungen einzusehen und zu kontrollieren. Hierbei wird überprüft, ob die Buchführung vollständig und regelkonform erfolgt ist. Eine ordnungsgemäß geführte Dokumentation kann hier nicht nur die Prüfung beschleunigen, sondern auch rechtliche Sicherheit schaffen.

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